Impact Investment – Welche Anlageformen gibt es?

Wenn Sie sich entscheiden, Geld in Impact Investments zu investieren, können Sie auf eine Vielzahl von Finanzinstrumente zurückgreifen. Wir wollen Ihnen in diesem Artikel eine Übersicht der wichtigsten Anlagemöglichkeiten geben.

Mikrofinanzfonds

Der Begriff Mikrofinanzen dient als Oberbegriff für Finanzdienstleistungen für einkommensschwache Kreditnehmer. Meisten handelt es sich dabei um Kleinkredite für Schwellen- und Entwicklungsländer. Mit den Kleinkrediten sollen Unternehmensgründungen ermöglicht werden.

Mit diesem Finanzinstrument stellen Anleger den Mikrofinanzinstituten Kapital zur Verfügung.  Die Institute vergeben dann Kredite an Kunden, die von anderen Banken nicht als Kreditwürdig eingestuft werden und damit keine Möglichkeit hätten, ein Unternehmen zu gründen. Vorreiter dieser Mikrofinanzinstitute war der indische Wirtschaftsprofessor Muhammad Yuns, der in den 80er Jahren eine Bank für Kleinkredite in Bangladesch eröffnete. Für seine Arbeit erhielt er 2006 den Friedensnobelpreis.

In Deutschland werden einige Mikrofinanzfonds angeboten. Eine der ältesten ist der „IIV Mikrofinanzfonds“, der von der Invest in Visions GmbH geleitet wird. Außerdem bietet die Ökobank GLS, die österreichische C-Quadrat Asset Management GmbH und die Kapitalanlagegesellschaft Monega interessante Mikrofinanzfonds an. Die Fonds haben sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt und zeigten überraschend wenig Volatilität.

Ein Nachteil der Mikrofinanzfonds liegt in den laufenden Kosten von bis zu 2 Prozent. Sie können auch nicht wie Aktien zu jeder Zeit wieder verkauft werden. Die meisten Fonds können nur am Monatsende oder Quartalsende wieder aufgelöst werden. Jedes Institut legt eigene Kündigungsfristen fest, die die Kunden beachten müssen.

Der ausschlaggebende Vorteil dieser Anlagemöglichkeit liegt in den Informationen, die die Fondleiter zur Verfügung stellen. Kunden erfahren in welchen Ländern die Kredite vergeben wurden und wie hoch sie im Schnitt waren. Es wird auch angegeben wie hoch der Anteil der weiblichen Kreditnehmer war und ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben.

Es gibt aber auch negative Seiten dieser Geldanlage. Oft müssen die Kreditnehmer hohe Zinsen bezahlen, wohl auch, um die großen Ausfallsraten abzudecken. Anleger sollten die Kreditvergabe näher untersuchen, damit sie sicherstellen können, ob die Kreditvergabe tatsächlich nachhaltig die Armut bekämpft. Einige wissenschaftlichen Untersuchungen haben festgestellt, dass die Mikrofinanzierung nicht die Armut der Armen bekämpft, sondern eher nützlich für die Investoren ist.

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Impact Investment – Offene Impact Fonds

In dieser Gruppe werden Aktien-, Misch- und Rentenfonds angeboten. Sie entsprechen normalerweise den ESG-Richtlinien. Diese definieren genau die Kriterien, die nachhaltige Kapitalanlagen einhalten müssen. Dazu gehören:

Umweltschutz

  • Investitionen in erneuerbare Energien
  • effizienter Umgang mit Energie und Rohstoffen
  • umweltverträgliche Produktion
  • geringe Emissionen in Luft und Wasser
  • umfassende Klimawandel-Strategien

Sozial

  • Einhaltung zentraler Arbeitsrechte, zum Beispiel Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Nichtdiskriminierungs-Gebot
  • hohe Standards bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
  • faire Bedingungen am Arbeitsplatz, angemessene Entlohnung sowie Aus- und Weiterbildungschancen
  • Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit
  • Durchsetzung von Nachhaltigkeitsstandards bei Zulieferern

Governance

  • transparente Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption und Bestechung
  • Verankerung des Nachhaltigkeitsmanagements auf Vorstands- und Aufsichtsratsebene
  • Verknüpfung der Vorstandsvergütung mit dem Erreichen von Nachhaltigkeitszielen
  • der Umgang mit Whistle Blowing

Die Fonds haben dadurch die Möglichkeit die besten Aktienwerte nach dem ESG Prinzip auszuwählen und in ihre Fonds aufzunehmen. Je nach Fondanbieter werden die Nachhaltigkeitsziele dann noch näher beschreiben. Die Frage bei den Anlagefonds stellt sich, inwieweit sie direkt die sozialen und ökologischen Ziele einhalten und wie diese gemessen werden.

Viele Ökobanken bieten Impact Investment Fonds an, die sich streng an die Kriterien halten und in verschiedenen Sparten und Branchen aktiv sind. Diese Bereiche können die „Kreislaufwirtschaft“, „soziale Inklusion“, „Mobilität“ und „Klima und Energie“ einschließen. Viele Anbieter beziehen sich bei der Bewertung der Aktienwerte auf den ökologischen Fußabdruck. Dieser gibt an, wie viel geringer der CO2-Ausstoß oder der Wasserverbrauch durch die Investition ausfällt oder wie viel weniger Müll entsteht. Wenn durch die Investition von 1.000 Euro einige 100 Kilogramm CO2 im Jahr eingespart werden können, dann macht sich die Anlage bezahlt.

Es gibt aber auch einige Fonds, die wirkungsorientierte Aufgaben verfolgen. Für diese sind keine Wirkungsmessungen aufgrund ihrer Komplexität vorgesehen. Dazu gehören „Gender Equality“, „Clean Water“ und „Clean Energy“. Diese Fonds können auch als Themenfond oder Branchenfond bezeichnet werden.

Impact Investment – Social Impact Fonds

Die Social Impact Fonds gelten als die wirkungsvollsten Investitionen, wenn die Anleger etwas bewegen wollen. Sie werden meisten von Risikokapitalgesellschaften aufgelegt, die in Startup-Unternehmen investieren. In Deutschland gibt es nur wenige Risikokapitalgesellschaften, die Social Impact Fonds anbieten.

Die Social Impact Fonds finanzieren junge Unternehmen, die spezielle Ziele verfolgen, die einen positive Impact haben. Bei den meisten Fonds handelt es sich um European Social Entrepreneurship Funds (EuSEF), für die spezielle Vorgaben gelten. Laut der EU-Vorgabe müssen Anleger eine Mindestanlagesumme von 100.000 Euro aufbringen. Bei dem Bonventure Fond werden in der Regel sogar 500.000 Euro vorausgesetzt. Bonventura praktiziert das sogenannte High-Impact-Investing in Sozialunternehmen und ökologisch ausgerichtete Unternehmen. Aufgrund der gesetzlichen Hürden sind Social impact Funds für Kleinanleger finanziell noch nicht ratsam.

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Impact Investment – Green Bonds

Einfach ausgedrückt, sind Green Bonds für die Finanzierung von grünen Projekten entwickelt worden. Normalerweise geben Städte oder Geschäftsbanken diese Bonds aus. Es gibt zwar die „Green Bond Principles“ (GBP), wie die Erlöse aber tatsächlich verwendet werden, ist noch nicht verbindlich geregelt. Die gesammelten Gelder werden meistens für den Bau von Photovoltaikanlagen, Windparks oder energieeffiziente Häuser verwendet.

Generelle funktionieren die Anlagen wie alle anderen Bonds des Impact Investment auch. Die Anleger haben Anrecht auf Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit erhalten sie ihr Kapital zurück. Das Risiko hängt von dem Ausgeber ab, insbesondere seiner Bonität. Rechtlich können die Bonds sehr unterschiedlich ausgelegt werden.

Die Green Bonds sind in Deutschland besonders beliebt. Die Frankfurter Börse hat dafür sogar ein eigenes Segment eröffnet. Dort sind mittlerweile über 150 Anleihen gelistet, die an den europäischen Börsen gehandelt werden. Wer sich über den internationalen Stand der GreenBonds informieren möchte, sollte Indizes wie den „Solactive Green Bond EUR USD IG Index“ und den „Bloomberg Barclays MSCI Global Green Bond Index“ beobachten.

Impact Investment – Beteiligungen

Dieses Finanzinstrument gehört zu dem sogenannten „grauen Kapitalmarkt“ des Impact Investment. Er ist zwar legal, steht aber nicht unter staatlicher Aufsicht. Die Unternehmen, die in diesem Marktsegment arbeiten, benötigen keine Erlaubnis der BaFin und müssen fast keine gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Zu diesen Finanzinstrumenten gehören:

  • Unternehmensbeteiligungen
  • Genussrechte und andere hybride Anleiheformen
  • Orderschuldverschreibungen
  • Crowdfunding
  • Darlehen mit Nachrangabrede
  • Direktinvestments, etwa in Holz, Edelmetalle oder Minen
  • Gold- oder Edelmetallsparpläne
  • Kryptowährungen

In diesem Marktsegment ist es nicht selten, dass Anleger, die in grüne Projekte investieren, ihre Einlage nicht mehr zurückbekommen. Den Verbraucherzentralen in Deutschland liegen viel Fälle vor, bei denen Anbieter von riskanten Umweltinvestments Pleite gemacht haben. Übliche Investmentprojekte in diesem Sektor sind unter anderem: Windräder, Solaranlagen, Baumplantagen, Holzpellets-Fabriken, Wasserkraftwerke.

Für Anleger sind die Impact Investment Risiken auf dem grauen Kapitalmarkt oft nicht überschaubar. Sie werden oft mit hohen Renditeversprechen gelockt. Die Projekte werden von staatlicher Seite nur auf die vorgeschriebenen Angaben zu den Finanzprodukten überprüft. Ob die versprochenen Renditen richtig sind, oder die Wirtschaftlichkeit der Projekte gewährleistet sind, muss der Investor prüfen. Ehrlicherweise muss zugegeben werden, dass es auf dem grauen Kapitalmarkt aber nicht immer um hohe Renditen geht. Bei vielen Projekten steht der soziale Impact im Vordergrund. Die fehlende Kontrolle macht diese Investitionen aber aus Sicht der Anleger risikoreich.

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AUSSCHLUSS: Dieser Artikel drückt meine eigenen Ideen und Meinungen aus. Alle Informationen, die ich weitergegeben habe, stammen aus Quellen, die ich für zuverlässig und genau halte. Ich habe keine finanzielle Entschädigung für das Schreiben dieses Beitrags erhalten, noch besitze ich Aktien von einem Unternehmen, das ich erwähnt habe. Ich ermutige jeden Leser, zuerst seine eigene sorgfältige Recherche durchzuführen, bevor er Anlageentscheidungen trifft.

Thomas Pentzek:
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